Schon wieder Schule zu Hause?

Nun wurden schon zum zweite Mal die Schulen geschlossen und die Kinder müssen zu Hause mit ihren Eltern lernen und die zur Verfügung gestellten Aufgaben bearbeiten.Neue Themen müssen selbständig und in Eigeninitiative erarbeitet werden. Ohne Hilfe des Lehrers. Ohne Klassenkammeraden. Alleine. Zu Hause im Kinderzimmer oder am Küchentisch. Gerade für die jüngeren Schüler ist dies sehr schwer, wo doch genau hier die größten und interessantesten Ablenkungen auf einen einwirken. Da ist es kein Wunder das das Lernen mit Mama oder Papa mit Tränen und Geschrei endet…

Wie motiviere ich mein Kind die Masse an Aufgaben zu bewältigen?

In dieser Zeit merken wir erst was für einem Lernpensum unsere Kinder bereits ab der ersten Klasse ausgesetzt sind. Täglich 2 Seiten im Mathebuch plus 2 Arbeitsblätter, in Deutsch müssen laut Wochenplan täglich jeweils 30 Minuten Schönschrift und laut Vorlesen geübt werden und 2 Seiten im Schreibheft dazu noch ein Arbeitsblatt zum Thema Rechtschreibung. In Englisch müssen die neuen Vokabeln gelernt werden plus Seite 43 und 45, hier aber nur Aufgabe 1 bis 3 und 5. Auch der Geschichte- und Musiklehrer hat seine Aufgaben zum Bearbeiten hoch geladen. 

  • Hier gilt: Nicht die Nerven verlieren! Wenn Ihr Kind merkt das selbst Mama/ Papa (=in Kinderaugen also der grööößte und klügste Mensch den es auf der soo großen Welt gibt) von der Masse an Aufgaben erschlagen wird und erstmal planlos alle Aufgabenblätter durcheinander sortiert, dann meinen sie dass sie es erst recht nicht schaffen und gehen so von vorn heran mit einer negativen Einstellung „ich schaffe das nicht“ heran. 
  • Hier lieber ein Abend vorher schon in Ruhe die Aufgaben für den nächsten Tag vorbereiten. Die zu bearbeitenden Seiten im Buch mit Post-its markieren und die richtigen Arbeitsblätter raussuchen. Alle anderen Bücher und Blätter kommen erstmal wieder in den Ranzen oder ins Regal. Dies kann man auch gerne zusammen machen. Das Kind ruhig mit integrieren. Am besten als Ritual vor dem Schlafengehen. 
  • Ganz wichtig ist auch: Nur auf die täglichen Aufgaben konzentrieren! Nicht den ganzen großen Berg voll Aufgaben, für welche man eine ganze Woche Zeit hat, vor sich liegen lassen. 
  • Dann kommen wir auch schon zum nächsten wichtigen Punkt: Keine Aufgaben aufschieben! „Was du heute kannst besorgen, das verschieben nie auf morgen!“ Denn es ist ja tatsächlich so, dass was heute nicht geschafft wird morgen nachgeschafft werden muss. Zusätzlich, zum morgigen Geschäft. Ein Tag hat genug Stunden um alles Aufgaben zu meistern! 
  • „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Wenn der Nachmittag nicht ausreicht, muss schon vormittags angefangen werden! Klingt hart, ist aber wahr. So kommen die Kinder auch nicht aus dem Alltagsrhythmus und haben es leicht wenn es dann wieder heißt „Aufstehen! Du musst in die Schuuuhle“.

Die Mitte zwischen Stränge und Spaß

Und bitte, bitte, liebe Eltern, vergisst nie: es sind noch Kinder! 

  • Es kann nicht erwartet werden, dass sie 5 Stunden lang still sitzen und durchlernen, dabei keine Fehler machen und keine Fragen haben. Deshalb am besten gleich feste Pausen einplanen. Ideal ist die Arbeit mit Weckern, welche nach 45 Minuten eingestellt werden. Nach dem klingeln gibt es eine 5 minütige Pause und dann geht es aber auch wieder zurück an den Schreibtisch! Ganz wie in der Schule. (Und bloß nicht nachgeben und die Pausen „ausnahmsweise“ verlängern! Das merkt sich das Kind und wird es jedes mal versuchen. Hier ist wirklich eiserne Disziplin gefragt.) 
  • Ganz wichtig ist es auch für Fragen des Kindes zur Verfügung zu stehen, eventuell schwerere Aufgaben zusammen zu üben. Dem Kind das Gefühl geben, es sei nicht auf sich alleine gestellt und bekommt Unterstützung. Aber auch zeigen das es seine Aufgaben sind. Am besten bei Fragen zuerst mit der Gegenfrage „Was meinst du den? Hattest du schon irgendwo so eine ähnliche Aufgabe?“ abfragen ob es sich überhaupt schon Gedanken über diese Herausforderung gemacht hat. 

Mit Kindern stark durch die Krise

Mehr zu diesem Thema und wie Sie mit dem 4 Säulen-System für starke Eltern gut durch die Krisenzeit kommen finden Sie hier: 

mit-kinder-stark-durch-die-Kriese.de

3 Kommentare zu „Schon wieder Schule zu Hause?“

  1. Danke, dass du das hier so ausführlich beschreibst.
    Weisst du, warum man in Deutschland das so macht und nicht einfach online-Unterricht macht? Wir sind auch Lehrer, wohnen in Dänemark und mein Mann unterrichtet jeden Tag ganz normal, zu normalen Zeiten vor dem PC und seine Schüler folgen dem Unterricht ganz normal, als wenn sie in der Schule wären. Sollten unbeantwortete Fragen sein, dasnn schicken sie eine Mail oder notfalls auch per Telefon. Doch ansonsten läuft der Unterricht ganz normal ab und es gibt auch nichts nachzuholen und die Examen könnten auch online abgehalten werden. Sowa r es im letzten Sommer, und das war auch kein Problem. Doch wie ich dich verstanden habe, wird bei euch gar nicht unterrichtet, ihr bekommt lediglich Hausaufgaben und werdet unter Zwang gesetzt, wie es klingt. Oder habe ich das was missverstanden?
    liebe Grüsse aus Dänemark sendet dir Liv

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    1. Hallo Liv, doch doch hast du schon alles richtig verstanden. Mittlerweile wurde der Unterreicht teilweise auch online abgehalten. Aber ich sehe das genauso wie du. Es wurden die falschen Maßnahmen ergriffen und daher wundert es mich nicht das nun viele Schüler die selbe Klasse wiederholen müssen. Sehr traurig das ganze!

      Gefällt 1 Person

      1. Weisst du, wer das entschieden hat? Jede Schule allein oder jeder Bundesstaat oder war es eine bundesweite Entscheidung? Auch unglaublich, dass dann einfach so viele Schüler die Klasse wiederholen müssen!
        Wir haben selbst sehr viele Jahre lang Homeschooling gemacht. Aber das war nie stressig, sondern jeder Tag war wunderschön. Ohne Zwang – und doch hatte unser jüngstes Kind alles gelernt und hatte am Ende der Schulzeit einen guten abschluss auf einer normalen Schule machen können. Daher halte ich all die Hetze und den Zwang, den du Beschreibst und über den auch andere Eltern klagen für völlig unnötig. Das bringt nur gestresste Eltern, traurige Kinder und kaum etwas Gutes. Viel besser wäre meines Erachtens gewesen, wenn man in Deutschland Homeschooling legal gemacht hätte und ansonsten jeden Lehrer einfach wie sonst unterrichten hätte lassen – zu gleichen Zeiten, den gleichen Stoff, auf die gleiche Art – nur online. Bei uns hat das sehr gut geklappt. sende ganz liebe Grüsse und gute Wünsche für dich und deine Familie

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